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Traummann

Aktualisiert: 11. Nov. 2023

Stell dir vor, du hast deinen Traummann gefunden.

Der, der dich in jeder Situation zum Lachen bringt.

Der, der ein Kribbeln in dir auslöst, egal, ob er direkt hinter dir steht oder 1000 Kilometer entfernt ist.

Der, bei dem sich deine Seele gesehen und angenommen fühlt.

Der, bei dem du dich fallen lassen kannst, weil du sicher bist, dass er dich hält.

Der, der jeden einzelnen deiner 1000 Fehler liebt.

Der, der dich immer wieder an deine Grenzen bringt und genau weiß, dass du darüber springst.

Der, der genau spürt, was du in dieser Sekunde brauchst und dir schenkt, was dir gut tut.

Der, mit dem Sex wie Tiefschneefahren ist.

Der, an den du dich verschenkst und es dir dein Herz erfüllt.

Der, der so tief mit dir verbunden ist, dass es sich anfühlt wie Eins sein.

Der, bei dem du dich völlig entspannen kannst.

Der, bei dem dein Kopf ganz leer wird und du keinen einzigen Gedanken mehr hast.

Der, bei dem du stundenlang in den Armen liegen möchtest.

Der, bei dem du dich traust, dein wahres ich zu leben.

Der, der spürt wenn du verletzt bist und du dich traust, deinen Schmerz auszusprechen.

Der, der dich ganz zu dir bringt und dich deine eigene Vollkommenheit spüren lässt.

Der, der dein Herz geöffnet hat und jetzt einen riesigen Platz darin besetzt.


Dieser Mann, ist er ein Traum oder mein Traummann? Manchmal denke ich, ich verbringe Zeit mit ihm. Später rinnt alles wie feiner Sand durch ein Sieb. Wahrscheinlich ist es doch zu schön, um wahr zu werden.


Ich lebe ein Leben voller Leichtigkeit, Freude und Hingabe. Ich lasse mich führen, liebe es, die männliche Energie zu spüren, meine Kontrolle abzugeben und alles loszulassen. Noch vor vier Jahren wäre all das für mich undenkbar gewesen.


Ich war die Macherin, die alles unter Kontrolle hatte, ihr Unternehmen, die Kinder, die Familie, ihren Mann und sich selbst. Ich hatte einen Plan und den setzte ich um, mit dem Kopf durch die Wand und mit unheimlich viel Kraft.

Der Erfolg gab mir Recht. Alles lief optimal. Ich führte ein erfolgreiches Unternehmen, verdiente gutes Geld, baute ein Haus, wurde geliebt von einer wundervollen Familie und einem großartigen Mann. Wir schenkten uns zwei Wunderkinder.


Doch alles kostete mich unendlich viel Kraft. Wenn ich verletzt wurde, fraß ich den Schmerz in mich hinein. Ich legte mir einen Panzer zu, um diese Anstrengungen stemmen zu können. Ich fühlte nichts mehr in meinem Inneren, lebte nur noch im Außen. Weder mich selbst noch die phantastischen Menschen und Geschenke um mich herum berührten mich. Ich fiel in eine Depression und stellte mich vor eine Entscheidung:


Entweder ich ändere mein Leben drastisch oder dramatisch.


Ich entschied mich für den drastischen Weg. Heute stehe ich da und bin mega stolz, dass ich all diese Erfahrungen auf meiner Reise zu mir selbst sammeln durfte.


Und ich bin verliebt, in mich, mein Leben und meinen Traummann. Ich male mir ein Leben mit ihm in den strahlendsten und buntesten Farben, träume von unseren gemeinsamen Reisen durchs Leben, von Abenden, an denen wir uns kaputt lachen, unsere magischen Momente des Tages teilen und dann Arm in Arm einschlafen.

Diese Gedanken machen mich an manchen Tagen unheimlich traurig. Meine Tränen bahnen sich ihren Weg, weil ich weiß, dass wir uns nach einem kurzen Treffen erst Wochen später wieder in den Armen halten können. Ich lebe in einer Gedankenwelt und bin oft wie auf Watte gebettet oder auf rosa Wolken. Ich trage diese Vorstellung vor mir her, weil sie so schön ist, schiebe alle Gedanken fort, die mir realistisch flüstern, was alles nicht geht. Die riesige Entfernung zwischen uns, die Sprachbarriere, unterschiedliche Kulturen und noch weiter auseinander klaffende Auffassungen vom Leben.


Und dann räume ich auf, zu Hause. Ich trenne mich von den Resten meines alten Lebens, sortiere Klamotten, Bücher und Fotos aus. Und ich entscheide mich wieder einmal für mich. Ich weiß, dass mir dieser Wunsch nicht gut tut. Deshalb lasse ich ihn los, den Traummann.


Was ich hier so einfach schreibe, fühlt sich schwer an. Aber loslassen ist in den letzten Jahren eines meiner Lieblingshobbies geworden. Deshalb schaffe ich es auch diesmal. Es dauert ein paar Tage, dann weiß ich, dass ich das Richtige für diesen Moment getan hatte. Ich brach aus seinem goldenen Käfig aus, in den ich mich hinein gesetzt hatte. Ich spürte auf einmal, wie gefangen ich schon wieder war. Meine Sehnsucht nach all den schönen Dingen, nach dem Paradies hatte mich verführt. Ich gab das große Glück und meine Vision von einer tiefen, ehrlichen, offenen und vertrauten Beziehung auf. Ich betrog mich selbst mit einem Kompromiss. Und ich war es mir noch nicht wert, für meine Wünsche zu 100% einzustehen, mir zu erlauben, dass ich diese Partnerschaft verdiene.


Jetzt habe ich eine neue Geschichte geschrieben. Und das passende starke Bild dazu tanzt schon in meinem Kopf. Ich weiß, dieses Bild kann es kaum erwarten auf eine Leinwand gezaubert zu werden. Jetzt ist es schon fast Realität.


Was ich alles gewann, weil ich in meinem Leben gelernt habe loszulassen und welche Stationen ich auf meiner Reise zu mir selbst gemacht habe, erfahrt ihr in meinen nächsten Blogbeiträgen. Natürlich habe ich mir auch Gedanken gemacht, wie ich als Traumpartnerin bin.


Ich liebe es, meine Gedanken in Geschichten und in Gedichten festzuhalten. Ich hoffe, ich kann dich auf meine spannende Reise mit nehmen.


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