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Ein Lächeln - der Spiegel

Heute morgen lächelte ich meine immer recht ernst schauende Nachbarin an. Welche Magie verzauberte mich, als sie mir ein wunderschönes Lächeln zurück strahlte. Ich hatte für eine Sekunde das Gefühl, in ihre verletzliche Seele schauen zu können. Ich sah eine ganz andere Frau, als ich sie bisher hinter ihrer starren Miene vermutet hatte. Und ich nehme mir fest vor, bei einer Tasse Kaffee mit dieser Frau nochmal zu lachen.



In dieser Sekunde, in der ich ihr Herz berührte, regte sich auch etwas in meinem Herzen. Ich fühlte mich beseelt und glücklich. Und ich erkannte, dass wir immer ein Spiegel unserer Umwelt sind. Laufe ich mit ernstem, verbissenen Gesicht durch mein Leben, schenken mir auch meine Gegenüber und mein Leben keine Leichtigkeit und Lachen. Strahle ich von innen heraus Freundlichkeit und Freude, dann reflektieren das meine Mitmenschen und leuchten zurück.


Diesen Spiegel halten uns die anderen aber nicht nur bei unserem Gesichtsausdruck vor die Nase. Vielmehr sehen wir in den anderen auch unsere eigene Meinung, unsere unbewussten Glaubenssätze und Denkweisen. Das fällt nicht so offensichtlich auf wie ein Lächeln. Dafür muss man etwas genauer hinsehen. Dieses hinsehen erfordert zum einen eine eigene Klarheit und zum anderen sehr viel Mut. Wer will schon erkennen, dass die Fehler der anderen mit dem eigenen inneren Bild zu tun haben.


Ich wünschte mir sehr lange, von anderen angenommen zu werden. Ich wollte in meiner Andersartigkeit wahrgenommen und akzeptiert werden. Beschuldigte meine Nächsten, dass sie nicht wirklich hinter mir stehen und sich für manche Dinge, die ich tue, fremd schämen. Als ich heute morgen in den Spiegel des Lächeln sah, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Sah ich mich doch bis vor einigen Tagen selbst noch nicht gern in meiner Besonderheit. Versteckte ich meine Eigenheiten und Fehler hinter einer polierten Maske, bewahrte Haltung und erlaubte mir nicht, wirklich zu sein wie ich bin. Jetzt, wo ich selbst erkannt habe, wie wundervoll ich bin, welche genialen und schönen Seiten mein Selbst besonders glänzen lassen, erkenne ich auch in immer mehr Menschen im außen, wie sehr sie mich schätzen.


Wie oft ärgerte ich mich, dass andere Menschen meinen Weg und mein Leben nicht verstehen. Rechtfertigte meine Entwicklung und wollte meine Übungen auch anderen ans Herz legen. Ich stieß auf Unverständnis, Fragen, Widerstand. Solange bis ich selbst innerlich 100 Prozent überzeugt war. Bis ich zweifelsfrei wusste, dies ist mein Weg und den gehe ich ohne Kompromisse. Ich wurde mir selbst immer sicherer, welches große Ziel ich in meinem Leben verfolge. Sah meinen Fixstern heller leuchten. Auch wenn ich mich einmal abwendete oder die Augen schloss, blieb dieser wie eine feste Markierung an meinem Horizont.


Mit jedem Meter den ich laufe, gewinne ich mehr Sicherheit. Die Fragen, Kommentare und der Widerstand der Anderen wandeln sich in Interesse und Bewunderung. Neulich sagte mir sogar jemand, dass ihn meine Texte inspiriert haben, selbst Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Das rührte mich fast zu Tränen. Denn ich sah in diesem Spiegel, dass ich meinen eigenen Weg akzeptiert habe. Ich bin jetzt überzeugt, dass ich in die richtige Richtung laufe und das strahle ich aus. Dieses Leuchten kommt von anderen genauso zurück wie wenn ich sie anlächle. Das fühlt sich so mega gut an und ist die größte Belohnung, die ich für meinen harten Wettkampf mit mir selbst und gegen mein altes ich bekommen kann.


Danke.
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