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Angekommen

Aktualisiert: 15. Nov. 2023

Ich sitze da und es nimmt mich in den Arm, dieses tiefe Gefühl. Es will sich nicht in Worte fassen lassen, nicht begrenzen, einengen, schon wieder etwas sein. Nein es ist einfach: riesig, wohlig, wunderschön. Man kann es mit Nichts vergleichen, durch nichts ersetzen, nur spüren. Genau jetzt, genau richtig. Ich fühle mich vollkommen ganz. Angekommen, angenommen. Ich sitze nur da, meditiere nicht, atme nicht, denke nicht, bin völlig leer und doch so erfüllt. Ich spüre, das genau hier alles da ist. Sicherheit, Liebe, Vertrauen, Glaube, sie alle berühren mich tief in meinem Innersten. Sie haben alles mitgenommen: meine Rastlosigkeit, meine Suche, meinen Zweifel, meine Traurigkeit, meine Leere, meine Fragen und meine Angst.

Es bleibt nur für einen Moment und dieser fühlt sich an, als wäre er ewig. Wenn er geht, ist es völlig ok. Ich weiß, dass er wieder kommt, wenn die Zeit reif dafür ist.


Vor einigen Wochen hätte ich genau diese Situation beschrieben, wenn ich mit ihm zusammen bin. Er hatte mir diese Momente geschenkt. So klein und doch so riesengroß. Ich war süchtig nach diesem Einssein mit mir selbst und dem Universum. Doch wie jede Sucht schlichen sich immer häufiger Nebenwirkungen ein. Ich fühlte mich schlecht, wenn er nicht da war, wurde unzufrieden, wollte mehr, suchte, verfing mich in Gedankenschleifen, erwartete und wurde enttäuscht. Meine Gedanken kreisten darum, den nächsten Rausch zu ergattern. Ich rannte ihm hinterher, bedrängte ihn und nahm ihm die Luft zum atmen. Ich schadete uns. Anfangs hatten wir uns ein Versprechen geschenkt. Wir nur tun, was uns gut tut. Diesen Punkt überschritten wir ständig. Ich nahm all meinen Mut zusammen, blickte meiner größten Angst tief in die Augen, hörte auf mein Herz und trennte mich aus dieser wundervollen toxischen Beziehung.


Ich zog los und wusste, dass ich all diese Gefühle in mir trage. Ich sah es als meine Mission für die Liebe, alles in mir zu finden.

Ich folgte einem Impuls und spürte mehr als sonst in meinen Körper, konzentrierte mich zu 102 Prozent auf mich und mein ganzes sein. Genauso machte ich es mit ihm ja auch, einfach nur bei mir sein, ganz in meinem Körper aufgehen, jede Bewegung in mir wahrnehmen, hinspüren, einsaugen, aufsaugen, geschehen lassen. UND ENTSPANNEN. Ich entspannte mich in äußerlich und vor allem in meinem Inneren. Immer wieder, immer mehr, immer tiefer. Ich genoss dieses angenehme und wohlige Gefühl, mich selbst von innen zu berühren. Nicht mit meinem Atem, nicht mit meinen Händen, einfach in diesem Moment, einfach mit mir selbst.



Frau mit ihrem Inneren ich
angekommen, Einklang von Körper, Seele und Geist


Ich fühle, wie sich in mir etwas öffnete. Ein neuer Raum entsteht. Dieser dehnt sich weiter und weiter aus und auf. Genau in diesem wundervollen Raum wächst und formt sich etwas. Noch undeutlich, nicht greifbar, ein Schatten, ein flüchtiges Gefühl. Ich weiß, es reift zu etwas Großem heran, dehnt sich, streckt sich. Ich sehe, wie ein Schmetterling aus seinem Kokon schlüpft. Die Flügel noch gefaltet, blickt er sich verstohlen um. Er erwacht aus einem Schlaf oder einer Starre, hat schon lange hier gewartet auf den passenden Moment, eine Einladung zu bleiben und anzukommen.


Was ist wenn das der Teil von mir ist, der mich komplett macht. Er schenkt mir das Gefühl einfach sein zu dürfen. Er fasst sich Mut und breitet sich in seiner vollen Größe, Farbe und Schönheit in mir aus. Hier trocknet er seine Flügel und fliegt schon bald mit leuchtenden Augen, verbunden mit dem Gefühl der Liebe und dem Glauben, dass alles genau richtig ist, los. Ich bin angekommen in mir. DAS BIN ICH.


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